Warum gibt es Schmerzen?

„Warum gibt es Schmerzen?“ mit dieser Frage sind wir bei der Ursache, Wesen und Funktion des Schmerzes angekommen. Im folgenden Abschnitt möchten wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen und Einblick in dieses Kapitel des Schmerzes geben.

Definition Schmerz

Schmerz ist nach der Definition der „Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes“ (IASP) ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist.

Der Schmerz übernimmt eine funktionelle Aufgabe. Er warnt den Körper vor einer potentiellen Schädigung. Als Beispiel in der Orthopädie eine Fehl- und Überlastungsproblematik. Als Beispiel ein angerissener proc coronoideus (Ellenbogen-Dysplasie). Rezeptoren (Fühler) von Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskeln zeigen eine veränderte Bewegung (Dynamik) an oder eine Fehlstellung (Statik). Diese Sensoren geben Signale als Schmerzen an, damit der Körper dies allenfalls korrigieren könnte. Dies ist aber oft nicht möglich. Im oben aufgeführten Beispiel hinkt der Hund, allenfalls nur beim Aufstehen, zeigt aber auch eine Entlastungshaltung der betroffenen Gliedmasse. Da die Kante nur angerissen ist müssen nicht mehr Symptome da sein. So sieht dies in der Praxis oft aus.

Diese Symptome können auch entstehen, wenn der Hund einen Überschlag gemacht und sich die Schultergliedmasse verlagert hat. Dies entsteht, weil die Schultergliedmasse über Muskeln am Rumpf befestigt ist. Hier ist zwar kein Schaden entstanden, aber eine funktionelle Verlagerung der Schulter; und somit eine veränderte Dynamik aber auch Statik welche über die Rezeptoren ans Hirn weitergeleitet wird. Vergleichbar beim Auto, wenn der Luftdruck im Reifen zu tief ist.

Der Schmerz kann auch eine reale Störung im Körper anzeigen, bei der wichtige Zellen des Körpers zerstört werden. Als Beispiel bei Tumoren.

Begriffe des Schmerzes

Akuter Schmerz:

Schmerzen, die entweder zeitlich unmittelbar nach einem akuten Ereignis, z.B. Operation oder stumpfes Trauma, Verletzung oder Nervenentzündung, oder bei akut rezidivierenden (wiederkehrenden) Schmerzerkrankungen wie der Migräne (Kopfschmerzen) auftreten. Die Dauer und die Intensität des Schmerzes korrelieren in der Regel mit dem Schweregrad des Ereignisses und mit dem Verlauf der Grunderkrankung.

Chronischer Schmerz:

Ausschliesslich zeitbezogene Definition für Schmerzen mit einer ununterbrochener Schmerzdauer von mindestens 6 Monaten (Humanmedizin) in der Veterinärmedizin würde ich diesen Zeitrahmen schon nach 3 – 4 Monaten ansetzen.

Chronifizierter Schmerz:

Achtung der chronifizierte Schmerz ist ein chronischer Schmerz, welcher nicht nur zeitbezogen, sondern konsekutiv (unmittelbar nachfolgend) Beeinträchtigungen auf somatischer (körperlicher), psychischer und sozialer Ebene zur Folge hat. Der chronifizierte Schmerz beschreibt die Folgen des langanhaltenden Schmerzens auf allen Ebenen eines Individuums. Somit ist der Begriff „chronifizierter Schmerz“ ungleich bedeutender als chronischer Schmerz, der nur eine zeitliche Einteilung darstellt.

Als Beispiel:

Ein Hund mit einem chronifizierten Schmerz, als Beispiel mit Meningeomen (Tumor am Hirnstamm) zeigt körperliche Symptome wie Kopfschiefhaltung, schwankender Gang und jammern auf Grund der Schmerzen. Die psychischen Symptome können Aggression sein oder aber auch Ängstlichkeit, was ich bei dieser Art von Schmerzerkrankungen öfter sehe; und die Symptome aus sozialen Aspekten sind, dass sich der Hund zurückzieht, sonst herum liegt und schläft. Er wird somit inaktiv. Auch die geliebte Arbeit wie Bettwanzen suchen, interessiert den Hund kaum noch. Somit konstatiert man einen Leistungsabfall.

Bei dem Beispiel von vorhin mit dem schmerzenden Ellenbogen kommt es zur Überlastung der Hinterhand und in der Folge Mühe beim Aufstehen, Zehenschleifen, ev. Mühe beim Treppen steigen. Somit hätten wir ein vergleichbares Bild wie bei einem angerissenen Kreuzband im Knie. Für den ungeübten Orthopäden kann dies verwirrend sein.

Nach dem wir nun einige wichtige Begriffe geklärt haben, können wir uns erneut diese wichtige Frage; „warum gibt es Schmerzen?“ zuwenden.

Ich sehe hier drei Hauptgründe im Mittelpunkt:

  1. Es ist ein funktionelles Instrument
  2. Es ist ein Warnsystem als Prävention
  3. Frühdiagnostik und schnellstmögliche reparierende Therapie

Den Schmerz als „funktionelles Instrument“ zu betrachten ist so zu verstehen, dass der Körper auf ein Ereignis reagiert und dies dann auch signalisiert. Der Hund hat sich vertreten und beginnt zu hinken. Mit dem Hinken beginnt der Hund das Bein zu schonen und somit kann die Verletzung besser ausheilen.

Der Schmerz dient als „Warnsystem“; „Achtung der Körper hat ein Problem, es ist dringend eine Lösung zu finden“. Doch dies wird bei allen betroffenen meistens übergangen. Sei dies der Mensch, wenn es ihn selber betrifft, oder beim Hund. Gerade beim Hund ist dies auch nicht immer einfach zu erkennen. Einer der Hauptgründe, warum der Schmerz als Warnsystem ignoriert wird, ist die Angst. Es geht niemand gern zum Arzt, es ist das Ungewisse vor der Diagnose, vor der Erkrankung. Beim Hund ist dies vergleichbar: Schmerzen zeigt Schwäche und Angreifbarkeit, Verletzbarkeit. Dies ist ein Urinstinkt Schwäche zu vermeiden, als die „Kaniden“ noch im Rudel lebten. Anders ist dies in der Technik. Diverse Warnsysteme im Auto sollen das Fahren sicherer machen. Abstandsregelung, Abbremssysteme, Spurhalteassistenten: alles Warnsysteme, wenn der Autofahrer etwas Falsches macht und die Technik greif ein, um einen möglichen Unfall zu verhindern. Der Schmerz wird vom menschlichen Bordcomputer zwar erkannt, aber auf „Delete“ geschalten.

Der Schmerz dient als „Warnsystem“; „Achtung der Körper hat ein Problem, es ist dringend eine Lösung zu finden“. Doch dies wird bei allen betroffenen meistens übergangen. Sei dies der Mensch, wenn es ihn selber betrifft, oder beim Hund. Gerade beim Hund ist dies auch nicht immer einfach zu erkennen. Einer der Hauptgründe, warum der Schmerz als Warnsystem ignoriert wird, ist die Angst. Es geht niemand gern zum Arzt, es ist das Ungewisse vor der Diagnose, vor der Erkrankung. Beim Hund ist dies vergleichbar: Schmerzen zeigt Schwäche und Angreifbarkeit, Verletzbarkeit. Dies ist ein Urinstinkt Schwäche zu vermeiden, als die „Kaniden“ noch im Rudel lebten. Anders ist dies in der Technik. Diverse Warnsysteme im Auto sollen das Fahren sicherer machen. Abstandsregelung, Abbremssysteme, Spurhalteassistenten: alles Warnsysteme, wenn der Autofahrer etwas Falsches macht und die Technik greif ein, um einen möglichen Unfall zu verhindern. Der Schmerz wird vom menschlichen Bordcomputer zwar erkannt, aber auf „Delete“ geschalten.

Beim Hund wird dies so gut wie möglich vertuscht. Nicht in jedem Fall, aber oft kommen Schmerzprozesse schleichend zum Vorschein oder werden für den Besitzer spät ersichtlich. Nicht wie beim Menschen, aus den komplexen Überlegungen heraus, sondern aus normalen Verhaltens- und Konditionierungsmechanismen. Somit ist es möglich, das Warnsystem „Schmerz“ auch als Prävention vor dem Schmerz, vor einem stumpfen Trauma, vor einer Verletzung zu verstehen. Als Beispiel legt das Kind nur einmal die Hand auf eine heisse Herdplatte. Dies setzt wohl Intellekt und Lernfähigkeit voraus, beim Hund ist diese Lernfähigkeit auch vorhanden, sowie die daraus folgende Konditionierungs- und Prägungsfähigkeit.

Der Schmerz ist eine subjektive Erfahrung eines jeden Individuums und jeder geht mit Schmerz anders um. Wenn wir uns nochmals die Definition vor Augen führen, dass Schmerz: „ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung“ ist, wird dies mit einem Artikel aus der Basler Tageszeitung verdeutlicht. Es geht mir darum aufzuzeigen, wie der Inhalt „Gefühlserlebnis“ und „potentielle“ zu verstehen ist.

In diesem Artikel geht es um die Fluglärmbelastung rund um die Flughäfen Basel-Mulhause, Zürich und Genf, sowie die medizinischen Konsequenzen daraus. In der Studie (Short und long Term Effects of Transportation Noise Exposure) kurz Sirene genannt, kann man feststellen, dass eine übermässige Lärmbelastung (unangenehmes Gefühlserlebnis) zu mehr Herz-Kreislauferkrankungen (potentielle Gewebeschädigung) führt. Rund um die oben erwähnten Flughäfen ist das Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt 48% höher als in der restlichen Schweiz. Die Obergrenze für die Lärmbelastung liegt bei 40 Dezibel, rund um die Flughäfen ist dies über 50 Dezibel. Diesen Artikel kann man in der bz Region vom 19. April 2017 nachlesen. Zusätzlich, in der gleichen Studie wurde ebenfalls aufgezeigt, dass das Risiko für Diabetes doppelt so hoch ist in diesen Zonen, wie im Rest der Schweiz.

Wie ist dies nun zu verstehen? Wir sind uns einig, dass Fluglärm zwar störend sein kann, vor allem nachts, wenn der Schlaf gestört wird, aber auch tagsüber, wenn Kommunikation etc. schwerfällt, oder man die Stirne und die Augen kneift vor Lautstärke, aber dessen Konsequenzen konnte man sich so sicher nicht vorstellen. Und dennoch, auch wenn dieser Fluglärm in den Ohren nur kurzfristig weh macht, reicht dies aus, um im Körper systemisch (organisch) Veränderungen zu provozieren. Und vor allem deshalb: „Steter Tropfen höhlt den Stein“: ist es der konstante und immer wiederkehrende Schmerz der übermässigen Geräuschkulisse, das Ohrenbetäubende - im wahrsten Sinne des Wortes - das zu den potentiellen und mit der Zeit zu den aktuellen Gewebeschädigungen und allenfalls zum Herzinfarkt mit und ohne Herztod oder zu Diabetes führt. Dies sind nur Stellvertreter für andere Erkrankungen. Wichtig ist nochmals zu erkennen, wie Umwelteinflüsse zu medizinischen Problemen führen können, und vor allem welchen Einfluss „Schmerz durch äussere Einflüsse“ hat und den Körper schädigen kann.

Man kann nun monieren, wo ist hier der Zusammenhang zum Tier. Ganz einfach: als Beispiel möchte ich das Wachstum beim Welpen und Junghund erwähnen und vor allem den Zusammenhang zwischen den genetischen Aspekten sowie den Umwelteinflüssen anhand der Hüftgelenksdysplasie beim Hund. Ich bin der Meinung, dass zu keiner anderen Erkrankung beim Hund so viele Publikationen wie zu diesem Thema erfolgt sind; und zwar auch widersprüchliche Publikationen. Wenn ein Welpe im Haus einzieht, freuen sich alle Familienmitglieder und der Welpe ist sehr aktiv und lebhaft. Bezüglich Hüftgelenksdysplasie kommen „alte und veraltete Überlieferungen“ zum Tragen. Es wird mit Genetik argumentiert, es kommen Empfehlungen zum Tragen, die nicht wissenschaftlich belegt sind. Falls Sie weitere Informationen wünschen:

„Wieviel Bewegung braucht der Welpe“

Für mich als Orthopäden ist die Bewegung im Zusammenhang mit dem Wachstum sehr wichtig. Wie oben durch den Zusammenhang durch Umwelteinflüsse (Lärm) und medizinischen Erkrankungen eindrücklich aufgezeigt wurde, ist hier beim Welpen die Bewegung massgeblich an der gesunden Entwicklung des Skelettsystems aber auch an der organischen Gesundheit des Hundes sehr stark mitbeteiligt. Zum einen sind im Wachstum die Wachstumsfugen offen; anderseits ist die Muskulatur zu wenig ausgebildet, um den Schultergürtel und den Beckengürtel genügend zu stabilisieren und an Ort und Stelle zu halten. Durch wildes Toben und Herumbalgen kommt es zu konstantem und wiederholtem stumpfem Trauma in diesen Regionen und es bilden sich Fehlhaltungen in Schulter- und Beckengürtel aus. Diese haben Folgen auch auf die nachfolgenden Gelenken wie Schulter, Ellenbogen, Knie und Sprunggelenk.

Es erstaunt nicht weiter, dass Junghunderkrankungen wie HD, ED oder OCD entstehen können. Zusätzlich kommt es zu Schmerzprozessen im Körper, die wiederum Einfluss nehmen im Körpersystem, der Hund kann hyperaktiv und hibbelig werden, chronisch Durchfall, trockener Husten oder Aggressionen zeigen. Diese Liste lässt sich unzählig verlängern.

Durch die regelmässig orthopädisch-kinematische Kontrolle der Entwicklung des Welpen, wie im LupoMove® Welpenprogramm, werden einerseits Fehlstellungen frühzeitig erkannt und korrigiert, andererseits wird die Entstehung von Schmerzen verhindert.

Durch die Vermeidung von Schmerzen und Wachstumserkrankungen ist kein unnötiger Stress im Körper. Schmerz wird als Stressor bezeichnet. Somit bleibt das Abwehrsystem des Körpers ausgeglichen, die geistige und intellektuelle Wachheit des Welpen ist normal funktionierend und der Magen-Darmtrakt kann geregelt funktionieren. Der Welpe ist somit gesund.

Dadurch werden gerade in diesem Fall zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und die Gesamtgesundheit des Hundes profitiert. Wenn der Hund gesund ist, freut sich der Besitzer.